In unserer polaren Welt gibt es kein Licht ohne Schatten. Genauso verhält es sich auch mit Veränderung. Einerseits erfahren wir beispielsweise eine neue Qualität des Lebens durch mehr Freude und Glück und andererseits bedeutet dies oft, dass sich unter anderem unsere Freundschaften und Beziehungen verändern. Unsere eigene Veränderung ist für viele Menschen beängstigend. So ist sie unbewusst wahrnehmbar und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass wir Freunde oder Bekannte haben, die dies spüren und uns abhalten wollen. Instinktiv nehmen sie unseren Veränderungsprozess wahr und nicht selten wird dieser unbewusst als Bedrohung eingestuft. Wir könnten ihr Umfeld derart mitverändern, so dass deren Wohlfühlatmosphäre ins Wanken gerät. Aus diesem Grund können sich Konflikte in Beziehungen zeigen, bei denen es vorher so gut wie nie welche gab. Unsere veränderte Resonanz lässt uns im Laufe unserer Veränderung zunehmend nicht mehr mit den Dingen und Überzeugungen mitschwingen, die uns nicht mehr entsprechen. Und dazu können eben auch ehemals beste Beziehungen zu Menschen zählen. Gelingt es diesen Menschen, unsere Veränderung bedingungslos anzunehmen und zu akzeptieren, so kann die Fortsetzung der Freundschaften sogar zusätzliches Wachstum bringen und uns Kraft geben. Nicht selten stellen wir jedoch fest, dass sobald wir unserem inneren Kern näher kommen, sich in unserem Leben grundlegende Dinge ändern (müssen).

Angst vor Einsamkeit

Wie ein Säugling, der den Mutterleib im Zuge der Geburt räumen muss, kommen wir während unseres Veränderungsprozesses an Punkte, wo wir Angst verspüren. Insbesondere die Angst vor Einsamkeit durch getrennt sein von dem, was uns bislang Sicherheit gab, kann sich bemerkbar machen. Nicht selten brechen an dieser Stelle viele Menschen den Veränderungsprozess ab und begeben sich zurück in ihr altes vertrautes Muster. Die Angst kann einfach zu groß sein. Was jedoch ein solcher Schritt mit sich bringt, ist, dass uns erneut eine Krise heimsuchen wird, um uns in die Veränderung zu bringen. Schon recht frühzeitig in unserem Leben klopfen die zu betrachtenden Themen an unsere Tür. Freundlich und sachte machen sie sich bemerkbar. Wir beginnen dann oft Tür und Fenster zu verschließen und die Themen klopfen nun lauter und mit mehr Nachdruck an. Wenn wir auch zu diesem Zeitpunkt nicht bereit sind hinzuschauen, dann pochen die Themen nun auch an die Fenster. Nun bietet sich eine erneute Gelegenheit, mit unserer Innenschau zu beginnen. Oder aber wir vernageln unsere Fenster mit Brettern in der Hoffnung, dass die uns umgebenden Kräfte an uns vorüberziehen und uns letztlich die Veränderung erspart bleibt. Doch mit der Ablehnung dieser haben wir sie nur stärker gemacht. Und so stürzt die Veränderung irgendwann gewaltsam durch die verbarrikadierten und verschlossenen Türen und Fenster in unserem Raum herein und nicht selten nehmen wird es dann sehr schmerzhaft. Erst dann erkennen wir, dass Veränderung nicht aufzuhalten ist und wir besser früh als spät in den Prozess freiwillig einsteigen sollten, bevor wir dazu gezwungen werden.

Die Ängste, die sich vor oder während der Veränderung zeigen können, dürfen wir dankbar annehmen. Denn sie zollen uns Respekt für den Weg, den wir hinter uns haben und der vor uns liegt. Auch wenn wir es nicht allein, sondern nur mit Hilfe schaffen sollten, den Weg der Veränderung weiterzugehen, sollten wir uns nicht abwerten oder unsere Ängste verurteilen. Der Begriff Angst ist verwandt mit dem lateinischen angustus bzw. angustia und bedeutet Enge, Beengung oder Bedrängnis. Es wird also eng, wenn wir Angst haben. Wir kommen in Bedrängnis. Und bei vielen Themen in unserem Leben müssen wir erstmal eine gewisse Enge spüren, damit wir bereit für Veränderung werden. In schlimmeren Fällen müssen wir erst Krankheiten bekommen oder vermeintliche Schicksalsschläge erleiden, damit wir aufwachen und uns bewusst werden, dass Veränderung ansteht und unvermeidbar ist.

– Sokrates –

“Das Geheimnis des Wandels besteht darin, seine ganze Energie nicht auf den Kampf gegen das Alte, sondern auf den Aufbau des Neuen zu richten.“

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